Kapitel 7 von 7
Mitbestimmen und mitentscheiden: Da geht immer etwas
Demokratie endet nicht zwischen den Wahlen – und viele dieser Wege stehen auch Menschen ohne Wahlrecht offen.
Demokratische Beteiligung ist nicht nur am Wahltag wichtig, sondern auch zwischen den Wahlen. Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr unterschiedliche Interessen können bei Entscheidungen berücksichtigt werden. Es gibt viele Wege, Politik und Zusammenleben mitzugestalten – und die meisten können auch Menschen nutzen, die nicht wahlberechtigt sind.
Im Alltag, zum Beispiel
- in Vereinen, Bürgerinitiativen und Interessenvertretungen;
- in der Partei der eigenen Wahl;
- am Arbeitsplatz in Beschäftigtenvertretungen oder Gewerkschaften;
- in der Schule in Schüler:innen- oder Elternvertretungen, an der Uni in der Studierendenvertretung.
Im Bezirk
- bei Einwohnerversammlungen, auf denen der Bezirk über wichtige Vorhaben informiert;
- durch Eingaben oder Beschwerden an das Bezirksamt;
- mit Einwohneranfragen in der BVV;
- durch einen Einwohnerantrag mit mindestens 1.000 Unterstützenden;
- durch Bürgerbegehren und Bürgerentscheid;
- bei Bürgerhaushalten und Beteiligungsverfahren – das Kiezradar zeigt aktuelle Projekte in der Nähe;
- in Beiräten oder als Bürgerdeputierte in der BVV.
Jüngere können in Kinder- und Jugendparlamenten, die es in einigen Bezirken gibt, und in anderen Beteiligungsformaten mitmischen.
Berlinweit
- Petitionen: Eingaben und Beschwerden an das Abgeordnetenhaus;
- Volksinitiativen mit mindestens 20.000 Unterschriften;
- Volksbegehren und Volksentscheid.
Tipp: Manchmal hilft es schon, ein Anliegen an eine Politikerin oder einen Politiker heranzutragen, per Mail oder in der Sprechstunde. Und natürlich kann sich jede und jeder in der Partei der eigenen Wahl engagieren und selbst Politik machen.
Die Wahl rückt näher. Was nun?
- Wen wählen?
- Viele entscheiden erst wenige Wochen oder Tage vor der Wahl. Oft hängt es von den Themen, Programmen und Vorhaben ab, mit denen die Parteien werben – und für viele davon, welchen Kandidierenden sie zutrauen, wichtige Probleme zu lösen.
- Was ist dir wichtig?
- Alle, auch die Kandidierenden, haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was wichtig ist und welche Probleme Berlins am dringendsten gelöst werden müssen.
- Kandidierende streiten so viel. Wer hat recht?
- Parteien sind sich wie alle Menschen oft uneins, wie Probleme gelöst werden sollen: wie Wohnraum entsteht, wie gute Bildung aussieht, wie die Energieversorgung der Zukunft funktioniert, wie mit Zuwanderung umgegangen wird. Der Wahlkampf ist ein Ideenwettbewerb, in dem Wählende zwischen Lösungen und Prioritäten wählen können.
Wege, sich eine Meinung zu bilden
- Online-Medien, Zeitungen, Radio und Fernsehen berichten über den Wahlkampf und die antretenden Parteien.
- Parteien und Kandidierende erklären bei Veranstaltungen und online, wofür sie stehen. Der Straßenwahlkampf in Berlin beginnt im August, mit Plakaten und Infoständen in der ganzen Stadt.
- Die Landeszentrale für politische Bildung bietet grundlegende Informationen zu den Berliner Wahlen, digital und gedruckt.
- Ab dem 24. August kann man im Wahl-O-Mat zur Abgeordnetenhauswahl die eigenen Positionen mit denen der Parteien vergleichen.
- U16-Wahl: Kinder und Jugendliche unter 16 können am 11. September 2026 an vielen Orten in Berlin bei der U16-Wahl abstimmen.
- Die Seite der Landeswahlleitung erklärt den Ablauf im Detail.
- Wahl-O-Mat ↗
- U16-Wahl Berlin ↗
- Landeswahlleitung: Berliner Wahlen 2026 ↗
- Landeszentrale für politische Bildung: Berlin wählt 2026 ↗
Welche Themen sind dir wichtig?
- Wie soll Mobilität in Berlin in Zukunft funktionieren?
- Wie wird Wohnen in Berlin bezahlbar(er)?
- Wie können alle in Berlin sicher leben?
- Welche Konzepte gegen Antisemitismus und Rassismus sind dir wichtig?
- Wie lässt sich der gesellschaftliche Zusammenhalt stärken?
- Wofür soll das Geld im Berliner Haushalt ausgegeben werden?
- Ob Kita, Schule, Ausbildung oder Studium – was muss sich verbessern?
- Wie sollte Arbeitsmarktpolitik in Berlin gestaltet werden?
- Welche Rahmenbedingungen brauchen Unternehmen in Berlin?
- Wie können Menschen unterschiedlicher Herkunft die Stadt gemeinsam gestalten?
- Welche Perspektiven haben (junge) Berlinerinnen und Berliner – und was kann die Politik dafür tun?
- Ukraine, Nahostkonflikt, USA, Wehrpflicht, Grundsicherung, Rente, Gesundheitsversorgung: Wie kann sich Berlin in (inter-)nationale Debatten einbringen?
Um all diese Fragen und noch viele mehr geht es bei den Wahlen am 20. September 2026. Also: wählen gehen.
- 1Wahlbenachrichtigung bekommen
- 2Ins Wahllokal gehen – oder Briefwahl beantragen
- 3Stimmzettel ausfüllen
- 4Stimmzettel in die Wahlurne – oder per Post abschicken